Letzte Aktualisierung am 16. Mai 2022 von mobbing-konkret

„Der Begriff Mobbing beschreibt negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen.“

„Mobbing ist dann gegeben, wenn eine oder mehrere von 45 genau beschriebenen Handlungen über ein halbes Jahr oder länger mindestens einmal pro Woche vorkommen.“

Angriffe auf die Möglichkeiten, sich mitzuteilen

1. Der Vorgesetzte schränkt die Möglichkeiten ein, sich zu äußern
2. Man wird ständig unterbrochen
3. Kollegen schränken die Möglichkeiten ein, sich zu äußern
4. Anschreien oder lautes Schimpfen
5. Ständige Kritik an der Arbeit
6. Ständige Kritik am Privatleben
7. Telefonterror
8. Mündliche Drohungen
9. Schriftliche Drohungen
10. Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten
11. Kontaktverweigerung durch Andeutungen, ohne dass man etwas direkt ausspricht

Angriffe auf die sozialen Beziehungen

12. Man spricht nicht mehr mit dem Betroffenen
13. Man lässt sich nicht ansprechen
14. Versetzung in einen Raum weitab von den Kollegen
15. Den Arbeitskollegen wird verboten, den Betroffenen anzusprechen
16. Man wird „wie Luft“ behandelt

Auswirkungen auf das soziale Ansehen

17. Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen
18. Man verbreitet Gerüchte
19. Man macht jemanden lächerlich
20. Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein
21. Man will jemanden zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen
22. Man macht sich über eine Behinderung lustig
23. Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen
24. Man greift die politische oder religiöse Einstellung an
25. Man macht sich über das Privatleben lustig
26. Man macht sich über die Nationalität lustig
27. Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen
28. Man beurteilt den Arbeitseinsatz in falscher oder kränkender Weise
29. Man stellt die Entscheidungen des Betroffenen infrage
30. Man ruft ihm obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach
31. Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote

Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation

32. Man weist dem Betroffenen keine Arbeitsaufgaben zu
33. Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, sodass er sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann
34. Man gibt ihm sinnlose Arbeitsaufgaben
35. Man gibt ihm Aufgaben weit unter seinem eigentlichen Können
36. Man gibt ihm ständig neue Aufgaben
37. Man gibt ihm „kränkende“ Arbeitsaufgaben
38. Man gibt dem Betroffenen Arbeitsaufgaben, die seine Qualifikation übersteigen, um ihn zu diskreditieren

Angriffe auf die Gesundheit

39. Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten
40. Androhung körperlicher Gewalt
41. Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel um jemandem einen „Denkzettel“ zu verpassen
42. Körperliche Misshandlung
43. Man verursacht Kosten für den Betroffenen, um ihm zu schaden
44. Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz des Betroffenen an
45. Sexuelle Handgreiflichkeiten

Quelle:

Leymann, Heinz: Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann. Reinbek 1993, S. 21 ff.

Heinz Leymann: Der Pionier der Mobbingforschung

Der Forscher Heinz Leymann wurde im Jahr 1932 in Niedersachen geboren und verbrachte einen Großteil seines Lebens in Schweden. Hier widmete er sich ab dem Jahr 1955 den Themen Mobbing, Arbeitspsychologie und Psychoterror. Der Diplompsychologe verfasste zahlreiche Dissertationen zum Thema und lehrte an der Universität Umeå im Fachbereich Arbeitswissenschaft.

Sein Buch „Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann“ aus dem Jahr 1993 gilt als eine der ersten nennenswerten Veröffentlichungen zum Thema. Heinz Leymann verstarb im Jahr 1999 in Stockholm und gilt bis heute als Pionier der Mobbingforschung.

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