Letzte Aktualisierung am 21. September 2021 von Rechtsdatenbank

  1. Angriffe gegen die Arbeitsleistung und das Leistungsvermögen
    • Sabotage: Beschädigung, Diebstahl, Manipulation von Arbeitsmitteln
    • „Unterschlagung“ von Arbeitsergebnissen (z. B. Unterlagen, Dateien sind „weg“)
    • Manipulation von Arbeitsergebnissen (z. B. gezielt Fehler einfügen)
    • Erzeugen von Störungen (z. B. unsinnige Telefonate, Unterbrechungen)
    • Vorenthalten und/oder Fälschen von arbeitsrelevanten Informationen
    • Gezielte Unterdrückung von Informationen über Besprechungen, (End-) Terminen
    • Anordnung von sinnlosen Tätigkeiten (z. B. ausgemusterte Ordner sortieren)
    • Anordnung, keine Tätigkeit während der Arbeitszeit auszuüben
    • Anordnung von systematisch überfordernden Tätigkeiten
    • Zuweisung von Arbeiten, die der Betroffene nicht mag oder die ihm nicht „liegen“
    • Zuweisung von objektiv zu viel Arbeit („Zuschütten“)
    • Willkürlich auf liegengebliebener Arbeit (z. B. wegen Urlaub, Betriebsratstätigkeit) sitzen lassen
    • Ungünstige Lage des Arbeitsplatzes (z. B. laut, Störungen, ungeschützt, exponiert)
    • Anordnung von systematisch unterfordernden Tätigkeiten
    • Anordnungen so gestalten, dass unvermeidlich Fehler gemacht werden
    • Manipulierte Arbeitszuweisung (z. B. nur unbeliebteste, schlechteste, schmutzigste)
    • Kappen üblicher Informationskanäle (z. B. kein Telefon, kein Fax, keine E-Mail)
    • Blockade von gemeinsamer Tätigkeit („Mit dem nicht!“)
    • Verweigerung von Hilfe, Unterstützung, Rat (obwohl es möglich wäre)
    • Überraschendes Zurückziehen von verbindlich zugesagter Unterstützung
    • Geistiger Diebstahl, Aneignung von Arbeitsergebnissen
    • Beschneidung der Zuständigkeit (z. B. fachlich unberechtigt, willkürlich)
    • Dienst nach Vorschrift (z. B. gezieltes Nicht-Mitdenken, gezielte Unflexibilität)
    • Entscheidungen oder Kompetenzen werden permanent angezweifelt
    • Anweisungen werden (offen oder verdeckt) nicht ausgeführt oder sabotiert
    • Anweisungen werden wortwörtlich ausgeführt (offensichtliche Fehler einbezogen)
    • Willkürlich erzeugter Zeitdruck
    • Überraschungsangriffe (z. B. plötzliche Änderungen der Arbeitsaufträge, Termine)
    • Ständige Entmutigung
  2. Angriffe gegen den Bestand des Beschäftigungsverhältnisses
    • Behaupten von Fehlverhalten (z. B. Urlaubszettel „verschwindet“)
    • Fehler und negative Vorfälle werden Betroffenem in die Schuhe geschoben
    • Willkürliche Abmahnung(en) (d. h. die Gründe werden an den Haaren herbeigezogen)
    • Willkürliche Umsetzung und/oder Versetzung (sowie Versuche dazu)
    • Willkürliche Kündigung(en) (d. h. die Gründe werden „an den Haaren“ herbeigezogen)
    • Manipulation der Arbeitszeiterfassung
    • Strafbare Handlungen werden unterstellt (z. B. Diebesgut wird untergeschoben)
    • Berufliche Qualifikation wird ständig in Frage gestellt
    • Willkürliches Zurückhalten des Entgelts (z. B. Urlaubsgeld, Spesen)
    • Absichtlich schlechte berufliche Beurteilung; Behauptung von Schlechtleistungen
    • Betrieblich übliche Beförderungen, angestrebte Position werden blockiert
    • Fort- und Weiterbildungsvorhaben werden gezielt behindert
  3. Destruktive Kritik
    • Demütigende, unsachliche, überzogene, gnadenlose Kritik
    • Aufbauschen einzelner Vorfälle oder Fehler („Maus zum Elefanten machen“)
    • Generalisierung von Fehlern; pauschale Kritik (z. B.: „Sie machen alles falsch!“)
    • Kritik von Fehlern, die durch Anweisungen des Mobbers provoziert wurden
    • Ständige (harsche) Kritik
    • Unterdrückung von Verbesserungsvorschlägen und -bemühungen
    • Ständige Entmutigung; Ausbremsen der Motivation (z. B.: „Das schaffen Sie nie!“)
  4. Angriffe gegen die soziale Integration am Arbeitsplatz
    • Räumliche Isolation (z. B. abgelegener Arbeitsplatz)
    • Unterdrückung von Meinungsäußerungen des Betroffenen (z. B. „Mund verbieten“)
    • Gespräche hinter dem Rücken (z. B. Tuscheln, Tratschen, Gerüchte verbreiten)
    • Anspielungen, zweideutige Bemerkungen
    • Engagement des Betroffenen wird als getarnter Egoismus diffamiert
    • Mögliche Bündnispartner, Freunde des Betroffenen werden versetzt
    • Mögliche Bündnispartner, Freunde des Betroffenen werden eingeschüchtert
    • Ausschließen aus der Alltagskommunikation („Wie Luft behandeln“)
    • Ausschließen aus informellen/geselligen Treffen („Tür-Zu-Methode“)
    • Ausschließen aus üblichen gegenseitigen Freundlichkeiten im Kollegenkreis (z. B. Brötchen oder Süßigkeiten mitbringen, Kaffee kochen, Blumen gießen)
    • Demonstratives Schweigen im Beisein des Betroffenen
    • Ignorieren von Fragen, Gesprächswünschen, Hilfeersuchen, Kooperationsangeboten
    • Demonstrativ aus dem Weg gehen, nicht an einem Tisch sitzen, in einem Raum sein
  5. Angriffe gegen das soziale Ansehen im Beruf
    • Gezielte Verleumdung, Rufmord in der betrieblichen Öffentlichkeit
    • Gerüchte verbreiten oder gezielt weiterleiten
    • Dem Betroffenen wider besseren Wissens Böswilligkeit/Fahrlässigkeit unterstellen
    • Provokation, um die emotionale Reaktion des Mobbingbetroffenen auszuschlachten
    • Beleidigung und Demütigung im Beisein Dritter
    • Verraten von persönlichen Informationen („Geheimnisse“ an Dritte)
    • Lächerlich machen (z. B. verbal, mit Mimik, mit Gestik, durch Karikatur)
    • In der betrieblichen Öffentlichkeit unglaubwürdig machen, blamieren, bloßstellen
    • Gezielte negative Sonderbehandlung („nur der Mobbingbetroffene wird so behandelt“)
    • Demonstrative scheinbar positive Sonderbehandlung (z. B. „Tot-Loben“)
    • Psychische Erkrankung wird unterstellt
    • Beschwerden durch Dritte werden erfunden (z. B. gefälschte Briefe, Anrufe, E-Mails)
    • Fingierte Schreiben des oder an den Betroffenen werden öffentlich gemacht
  6. Angriffe gegen das Selbstwertgefühl
    • Demütigung, Erniedrigung, Blamage, Häme, Abwertung (verbal und/oder nonverbal)
    • Unterdrückung durch verbale Dominanz (z. B. Anschreien)
    • Ruppige Redeweise mit dem Betroffenen
    • Menschliche Qualifikation („Charakter“) wird bestritten
    • Unterstellung böser Absichten, Dummheit, Unehrenhaftigkeit etc.
    • Verunsicherung, Kränkung, Beleidigung, Schmähung
    • Gezieltes Attackieren und Ausnutzen von persönlichen Unsicherheiten
    • Persönliche Schwächen werden publik gemacht
    • Aufbauschen von Fehlern und Unzulänglichkeiten („Herumreiten“)
    • Gezielte Ungleichbehandlung (z. B. negative Sonderrolle, Ungerechtigkeiten)
    • Dauerkontrolle, übertriebene Kontrolle, berufliche Entmündigung
  7. Angst, Schreck und Ekel erzeugen
    • Angst und Schrecken erzeugen (z. B. Einsperren des Betroffenen, Spinnen in den Schreibtisch legen, tote Tiere im Büro ablegen, elektrischen Kurzschluss herbeiführen)
    • Ekel erzeugen (z. B. Stinkbomben sowie verdorbene Lebensmittel werden im Büro versteckt)
    • Einschüchtern, Bedrohen, Nötigen (z. B. Drohen mit dem Arbeitsplatzverlust, körperliche Gewaltandrohung)
    • Anordnung, zum Arzt zu gehen, um die psychische Gesundheit prüfen zu lassen
  8. Angriffe gegen die Privatsphäre
    • (Nächtlicher) Telefonterror
    • Anrufe oder Besuche zur Kontrolle
    • Bedrängende Aufforderungen, aus dem Urlaub und/oder aus der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit zurück zu kommen
    • Schlechtmachen des Betroffenen bei Familienangehörigen, Freunden etc.
    • Familienangehörige ängstigen, angreifen, belästigen
    • Sachbeschädigung an privaten oder beruflich genutzten Gegenständen, Kleidung etc.
    • Zuweisung schlechter Urlaubstermine
    • Kurzfristige Zurücknahme zugesagten Urlaubs oder Freizeitausgleichs
    • Unterschlagung von Anträgen (z. B. wegen Urlaub, Bildung)
    • Ständiges Abwerten privater Vorlieben, Interessen und Tätigkeiten
    • Ständiges Abwerten religiöser, politischer, weltanschaulicher Überzeugungen
  9. Angriffe gegen die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit
    • Offene körperliche Übergriffe, Gewaltanwendung
    • Als Zufall oder Missgeschick getarnte Verletzungen beifügen
    • Gezielte Anordnung von gesundheitsschädlichen Tätigkeiten
    • Sabotage von Sicherheitsmaßnahmen; Verschwinden lassen von Schutzmitteln
    • bad word Belästigung
    • Heimliche Verabreichung von Medikamenten und/oder Suchtmitteln (z. B. Alkohol bei einem abstinenten Alkoholiker)
    • Ungenießbarmachung oder Verunreinigung von Lebensmitteln
    • Herbeiführen von gesundheitlichen Beeinträchtigungen (z. B. Zugluft, Kälte, Hitze, Lautstärke, Vibration, Tabakqualm, Sprays, Stinkbomben)
    • Ausnutzen von gesundheitlichen Handikaps und Krankheiten gegen Betroffene
    • Betroffenen zum Suizid auffordern
  10. Versagen von Hilfe
    • Ignorieren von Mobbingsituation (z. B. Wegschauen, Weggehen)
    • Verharmlosen, Lächerlichmachen von Beschwerden
    • Vorwürfe, Schuldzuweisung gegenüber dem Betroffenen
    • Dulden von Mobbingvorgängen
    • Unterlassene Hilfeleistung

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