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Artikel zuletzt aktualisiert am von Glazmaier

Tipps für die Begutachtung/Untersuchung nicht nur bei der PVA (bzw. SV-Träger) sondern auch bei gerichtlichen Sachverständigen.

Verschiedentlich erreichen uns Stellungnahmen, die der Beschreibung dieses Netdoktor-Postings ähnlich sind. Weiters sind bereits Schilderungen über Pensionsbegutachtungen an uns herangetragen worden, wo sich die untersuchten Personen sehr ungerecht behandelt fühlten bzw. die Begutachtung von Seiten der PVA verweigert wurde, jedoch sich im ablehnenden Bescheid darauf gestützt wurde, dass der zu Untersuchende eine Begutachtung verweigert hätte…
Letztlich steht dann “Aussage gegen Aussage”.

VERTRAUENSPERSON

Wir empfehlen PensionswerberInnen, zur Begutachtung eine Vertrauensperson mitzunehmen – was wir im Übrigen auch bei AK-Besuchen anraten -. Es ist leider so, dass – wenn schwierige Situationen entstehen, und sich der Pensionswerber ungerecht oder benachteilgt behandelt fühlt, letztendlich “Aussage gegen Aussage” steht. Somit ist die Anwesenheit einer Vertrauensperson, insbesondere bei psychiatrischer Begutachtung, sicherlich hilfreich. Da sich (generell, nicht nur in Gutachtersituationen) bei Beschwerden/Aufzeigen von Ungerechtigkeiten von psychisch kranken Menschen gegenüber Ärzten, Ämtern, Behörden oder Krankenhäusern gerne die Tendenz entwickelt, die Beschwerden nicht ernst zu nehmen, bzw. den Beschwerdeführer als “nicht ganz” hinzustellen bzw. als querulatorisch einzustufen bzw. als “falsch wahrnehmend”, ist bei psychiatrischen Begutachtungen jedenfalls die Mitnahme einer Begleitperson sehr empfohlen.

Bitte beachten: die Begleit- oder Vertrauensperson darf bei der Untersuchung anwesend sein, jedoch das ärztliche Gespräch/die Untersuchung/Begutachtung nicht stören.

Eingeschränkte Beweiskraft:
Da es sich bei den Vertrauenspersonen meistens um Verwandte, Bekannte oder Arbeitskollegen handelt ist dessen Beweiskraft eingeschränkt.

Vorsicht: Neuerlich erhalten wir Mitteilungen, wonach die Anwesenheit einer Vertrauenspersonen bei psychiatrischen Begutachtungen vom Gutachter/Sachverständigen nicht zugelassen wurden. Dies wurde damit begründet, dass es sich bei der Begutachtung um höchstpersönliche Lebensbereiche des Begutachteten handelt und daher alleine schon die Anwesenheit einer Vertrauensperson die Beziehung Sachverständiger/Gutachter-Begutachteten stören würde.
Hätte im gegenständlichen Fall die Vertrauensperson den Untersuchungsraum nicht verlassen, hätte der Sachverständige/Gutachter die Begutachtung nicht durchgeführt, was einer Verweigerung der Begutachtung durch den Begutachteten gleich kommt. Somit wird den Begutachteten das letzte Beweismittel zum Nachweis eines unrichtigen Gutachtens genommen.

Beweisnotstand:

Um einem Beweisnotstand vorbeugen zu können, da Tonaufzeichnungen untersagt und neuerdings die Anwesenheit von Vertrauenspersonen untersagt werden, ist es erforderlich, … weiterlesen im Mitgliederbereich

Beschwerdemöglichkeit:
Wenn Sie sich von Gutachter-Ärzten/-innen des Sozialversicherungsträgers (z. B. PVA) ungerecht behandelt bzw. nicht ausreichend wahrgenommen fühlen, Ihre neuen Befunde nicht angenommen werden, Ihnen das Wort abgeschnitten wird, Ihrer Beschwerdenschilderung keine Beachtung geschenkt wird, etc., können Sie dies der Ombudsstelle der PVA-Wien bzw. der Ombudsstelle des jeweiligen SV-Trägers melden. Ebenso können Sie sich an den Chefärztlichen Dienst der jeweiligen Landesstelle bzw. des zuständigen SV-Trägers wenden, und/oder an die Volksanwaltschaft.
Sollte ein – ihrerseits empfundenes – krasses Fehlverhalten des Gutachterarztes vorliegen, kann man dies auch zusätzlich der Ärztekammer Stmk. (übrige ÄK hier) bzw. bei Vertragsfachärzten auch zusätzlich der StGKK melden (übrige GKK hier) bzw. an den zuständigen Sozialversicherungsträger. Beschwerden sind immer schriftlich einzubringen.
Schreiben über Beschwerden oder Kritik sind unserer Meinung nach eine wichtige Möglichkeit zur “Qualitätskontrolle”, man darf hoffen, dass zuständige Stellen dies auch so betrachten und nicht nur damit finanzielle Forderungen begründen.

Klagsmöglichkeit:
Unseres Wissen gibt es keine externe Kontrollinstanz betreffend Qualität der sozialversicherungsrechtlichen Gutachten. Gegen einen zu Unrecht abglehnenden Bescheid bleibt dem Einzelnen letztlich “nur” der Weg über eine Klage beim Arbeits- und Sozialgericht übrig. Die Chance, dass sich der im Klagsverfahren bestellte gerichtliche Sachverständige in seinem Sachverständigengutachten gegen das Gutachten des sozialrechtlichen Gutachten ausspricht, kann sich jeder selbst ausrechnen.

AUFSTELLUNG VON IHREN BEFUNDEN

Aufstellung der Befunde, die Sie abgeben: 
Ordnen Sie Ihre Befunde chronologisch, und schreiben Sie die Befunde, die sie abgeben, listenmäßig auf:
z.B.:
04/2013    LKH Graz             Diagnose: __________________________________________
09/2013    Dr. X Psychiater   Diagnose: __________________________________________
usw.
Zwei Kopien dieser Liste zur Untersuchung mitnehmen!
Geben Sie eine Liste beim Gutachterarzt mit ab und lassen Sie sich auf IHRER KOPIE die Übernahme der Befunde mittels Unterschrift des Gutachterarztes bestätigen (diese unterschriebene Kopie nehmen Sie als Beweis mit), damit sie nachweisen können, welche Befunde abgegeben wurden. Nach zahlreichen Rückmeldungen von Betroffenen passiert es leider offenbar immer wieder, dass “versehentlich” Befunde, welche die Antragsteller an die (PVA-)Gutachterärzte abgeben, nirgends erwähnt werden bzw. im Gutachten bzw. in den Diagnosen nicht aufgeführt/berücksichtigt sind).

Bitte vergessen Sie nicht:

Bestätigungen über:

  • Psychotherapien bzw.
  • Behandlung im Psychosozialen Dienst etc. sowie
  • ambulant durchgeführten Therapiemaßnahmen!

Bitte, senden Sie uns Ihre Erfahrungen mit I-PENSION neu bzw. REHA-CASEMANAGEMENT.
Hier geht es zum Kontaktformular.


Pressespiegel:


Stand: 11.12.2019

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