Strasser aaO § 1009 Rz 14 mwN

Obwohl § 1009 nur von der beschränkten Vollmacht spricht, ist unstreitig davon auszugehen, daß dem Auftraggeber wie dem Machtgeber grundsätzl ein Weisungsrecht gegenüber dem Auftragnehmer bzw Machthaber, den eine entsprechende Gehorsamspflicht trifft, zusteht, das bei Vertragsschluß bzw Machterteilung, aber auch während des Laufes des Auftrags- bzw Vollmachtsverhältnisses ausgeübt werden kann, vgl SZ 4/51; s a Stanzl in Klang 815. Sachl Grenzen dieses Weisungsrechtes bestimmen sich nach Vertragsinhalt bzw Erklärungsinhalt (bei Vollmacht u Ermächtigung). Insofern besteht Zusammenhang zwischen Geschäftsbesorgungspflicht u Weisungsrecht. MaW heißt dies, Grenzen der vereinbarten Geschäftsbesorgungspflicht können durch Ausübung des Weisungsrechtes nicht überschritten werden (zB durch eine durch die getroffene Vereinbarung nicht gedeckte Weisung zur zinsgünstigen Anlegung von vereinbarten Geldern in der Zeit zwischen Hereinnahme u ohne Verzug erfolgter Herausgabe an den Auftraggeber; Miet 35.120 = ImmZ 1984, 287 = RdW 1984, 40); (vertragl) Ausschluß des Weisungsrechtes ist aber zulässig (unbeschränkte Vollmacht, unbeschränkter Auftrag). Weisungsrecht ist kein essentiale negotii für Auftrag (Bevollmächtigungsvertrag, Vollmacht). Grenzen des Weisungsrechtes können sich aber auch aus der Qualifikation des Beauftragten ergeben. So braucht zB Anwalt rein prozeßtaktische Weisungen des Klienten nicht unbedingt zu befolgen, ZBl 1928/3. Vertrags-, gesetz- u sittenwidrige Weisungen braucht bzw darf der Geschäftsbesorger nicht befolgen. In einer vollmachtswidrigen Weisung kann jedoch (zulässige) Einschränkung oder Erweiterung der ursprüngl erteilten Vollmacht liegen. Bei mehreren Auftraggebern (zB Miteigentümer eines Hauses dem Hausverwalter gegenüber) liegt Weisung nur vor, wenn sie durch Mehrheitsbeschluß gedeckt ist. Ansonsten, aber auch bei widersprechenden „Weisungen“ zweier Auftraggeber, liegt keine Weisung vor. Unzweckmäßige u dem Geschäft abträgl Weisungen lösen beim Geschäftsbesorger Aufklärungspflicht aus (Rz 10). UU ist der Beauftragte verpflichtet, Weisungen von sich aus einzuholen (wenn zB der Auftrag nicht ausreichend bestimmt ist [wbl 1987, 212Miet 35.119 = RdW 1983, 106] oder die Weiterführung des erteilten Auftrages unzweckmäßig oder sinnlos geworden ist oder die Weisungen widersprüchlich sind, Miet 35.119 = RdW 1983, 106; vgl JBl 1982, 211, wo freilich der Vertrag zwischen einem Privatdetektiv u seinem Klienten zu Unrecht als Auftrag qualifiziert wurde).