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ÜBER MOBBING IM PFLEGEBERUF UND DIPLOMIERTES KOLLEGENBASHING

Eigentlich wollte ich allgemein über das Thema Mobbing schreiben, doch da ich selbst Opfer von Mobbing war, will ich vorher auch mein Geschichte erzählen, da ich diese Zeit nie vergessen werde, weil sie einfach so schrecklich war.

Als Krankenpflegeschülerin kam ich voller Erwartungen auf eine interne Abteilung, welche mich bis heute geprägt hat. 
Ich hatte mich gefreut, dass ich auf so eine Abteilung komme, da ich nun endlich den stationären Alltag kennen lernen und viele neue Dinge zu sehen bekommen würde (so dachte ich zumindest).

Nachdem ich mein erstes Praktikum in einem Pflegeheim mit der Note 1 erfolgreich abgeschlossen hatte, sollte ich nun den stationären Alltag in einem Krankenhaus kennen lernen. Selbstverständlich war ich schon gespannt, was mich dort erwartete und ich dachte es würde genauso ein schönes Praktikum werden, wie das erste. 
Hatte mich anfangs das Thema Pflegeheim kaum bis gar nicht interessiert, kam ich mit der Zeit doch drauf, dass es ja eigentlich auch ganz nett ist. Mir wuchsen die Heimbewohner ans Herz, das Pflegeteam war super herzlich und hatte mich von Anfang an positiv aufgenommen. 
Geprägt von dieser positiven Erfahrung, mit lauter süßen alten Menschen und herzlichen Arbeitskollegen und einer guten Beurteilung kam ich nun auf die Interne Abteilung, wo ich schon bald von einer motivierten Schülerin zum ausgepowerten Psychowrack wurde, und das nur innerhalb von ein paar Wochen (6 !! um genau zu sein).

Ein paar Tage vor Praktikumsbeginn rief ich meine Praxisanleiterin auf der Station an, um mich vorzustellen und zu fragen wann Dienstbeginn ist und ob sie mit mir vorher noch etwas durchgehen oder bereden will. Die Praxisanleiterin meinte, ich solle noch am selben Tag vorbei kommen, damit wir alles besprechen können. Für mich kein Problem. Ich fuhr also nach meinem Dienst im Pflegeheim, quer durch die Stadt ins Krankenhaus um mich auf der internen Abteilung vorzustellen und alles zu "besprechen." 
Dort angekommen, teilte mir die unhöfliche Praxisanleiterin mit, dass um 7 Uhr Dienstbeginn ist. Mit diesem Satz verabschiedete sie sich und lies mich verdutzt stehen. Ich war also, nachdem ich zuvor angerufen hatte um nachzufragen wann ich in den Dienst kommen soll, fast eine Stunde im Hochsommer mit den vollgestopften Wiener Öffentlichen quer durch die Stadt gefahren, um die Antwort dann vor Ort Live zu hören. 
Die Logik dahinter erschloss sich mir nicht ganz, und auch wusste ich nicht wieso mein Praxisbesen so unhöflich war, doch als optimistische Person, die ich eigentlich bin, dachte ich mir "Was solls, aller Anfang ist schwer."

Mein erster Praktikumstag sollte mich jedoch eines besseren belehren, nämlich dass nicht nur der Anfang schwer, sondern es eine lange tränenreiche Reise wird. 
Um 10 vor 7 auf der Station angekommen, wurde ich sogleich vom Praxisbesen vor allen anderen angeschnauzt, wieso ich denn zu spät komme. Ich erwiderte, dass sie mir doch gesagt hatte, dass die Dienstübergabe ja um 7 ist und ich da anwesend sein sollte. Mürrisch gab sie mir zurück, dass es eigentlich klar sein sollte, schon um Viertel vor Sieben da zu sein, damit man noch Gelegenheit hatte einen Kaffee zu trinken.

Verwirrt über diese Aussage und die Tatsache dass man anscheinend verpflichtet war eine Viertel Stunde früher da zu sein um Kaffee zu trinken, nahm ich schweigend Platz und sagte nichts mehr drauf. 
Doch der erste Tag sollte noch besser werden, nämlich als ich sagte dass ich erst am Ende des ersten Ausbildungsjahres bin und noch nie zuvor im stationären Bereich tätig war. Erneut wurde ich angeschnauzt, was ich denn auf dieser Abteilung zu suchen habe, wenn ich erst im ersten Ausbildungsjahr bin und praktisch unnützlich für das Team, welches dringend mehr Personal benötigt. 
Ich wusste nicht so recht, was ich darauf sagen sollte, denn mir war a) nicht klar, dass Schüler aus dem ersten Ausbildungsjahr anscheinend unnützlich waren, b) Schüler auf dieser Station in erster Linie nicht als Schüler, sondern als Personal angesehen wurden, welche von vornherein alles können mussten.

So zog sich der erste Praktikumstag dahin und ich hatte gegen Ende ein flaues Gefühl im Magen, bei dem Gedanken, dass das hier ein 6 wöchiges Praktikum wird. 
Allgemein war die erste Woche recht enttäuschend. Anstatt mir Dinge zu zeigen, wurde ich von Zimmer zu Zimmer gescheucht und war praktisch für die gesamte Station zuständig. Ich musste an jede Glocke gehen, musste jeden Patienten auf die Toilette begleiten, jedem Patienten essen geben, usw. An sich kein Problem, denn immerhin gehört dieser Schwerpunkt vor allem im 1. Aubildungsjahr dazu. 
Ich hatte jedoch das Gefühl, dass ich in erster Linie eine Hilfsarbeiterin war, als eine Schülerin. Mir wurde weder von der Praxisanleitung noch von einer anderen Schwester etwas gezeigt oder erklärt. Stellte man eine Frage was das und jenes ist kam nur ein "Du bist erstes Ausbildungsjahr, das musst du eh noch nicht wissen."

Gleichzeitig wurde ich regelmäßig niedergemacht, weil ich nicht wusste dass dieses und jenes Gerät auf der Station existiert oder dass diese und jene Therapie durchgeführt wird. Als ich darauf erwiderte, dass ich zwar gefragt hätte, die andere Kollegin aber gemeint hat, dass ich erstes Jahr bin und es nicht wissen muss, kam nur ein "ja deswegen nützt das nichts wenn du hier bist, wir brauchen Leute die uns vernünftig unterstützen können, keine Schüler die nichts dürfen."
Man erwartete von mir also, dass ich sowohl als alleinige Hilfskraft für die komplette Station fungiere als auch von selber auf alle möglichen Antworten drauf komme und alle möglichen Geräte entdecke. 
Eine etwas bizarre Praxisanleitung, die nur daraus bestand mich zu dieser und jener Schwester zu schicken um zu helfen, anzuschnauzen wenn ich etwas nicht wusste, und das Verlangen von Tätigkeiten, die mir nicht gezeigt wurden weil ich sie nicht durfte, aber gleichzeitig können musste.

Nach den ersten 2 Wochen bemerkte ich zunehmend, dass ich allgemein beim Team nicht beliebt war. Wenn ich versuchte eine Unterhaltung mit einer Schwester zu beginnen, dann bekam ich nur kurze desinteressierte Antworten zurück. Wenn wir um Viertel vor 7 im Sozialraum saßen wurde ich wie Luft behandelt. Ich war null im Team integriert und existierte praktisch gar nicht. Merkwürdigerweise interessierte man sich aber sehr wohl, wenn ich um 12:05 Uhr in die Pause ging und um 12:40 zurück kam. Es gab dann ein "Das war jetzt aber länger als eine halbe Stunde." 
Jene die mich nicht aktiv niedermachten und anschnauzten schauten einfach weg, wenn ich mitten im Schwesternstützpunkt fast schon angeschrien wurde, wegen Lapalien, wie etwa weil ich einem Patienten statt einer Medium Inkontinenzeinlage, eine Large Inkontinenzeinlage gegeben hatte. 
Ich sagte, dass dies kein Grund war, mich mitten auf der Station dermaßen niederzumachen. Zwei Tage später wurde ich zur Stationsschwester zitiert, weil ich angeblich eine "freche" Art dem Team gegenüber an den Tag lege. 
Als Grund wurde unter anderem die Sache mit der Einlage angegeben und die Tatsache dass ich nicht immer um Punkt Dreiviertel 7 da war, sondern mich regelmäßig "verspätete." Ich sagte, dass ich meistens zuhause etwas esse und keinen Kaffee in der früh trinken muss, daher sollte es doch egal sein ob ich jetzt um 15 vor 7 oder 10 vor 7 da bin. Als Antwort kam, dass es für ein gutes Teamklima wichtig ist, kurz vor dem Dienst zusammen zu sitzen, und etwas zu trinken und zu frühstücken. Daher sollte ich schauen dass ich pünktlich bin.
Also nahm ich von nun an immer einen früheren Bus, um pünktlich da zu sein, damit ich mit den ganzen Leuten, die mich sowieso nicht ausstehen, und sich auch gegenseitig nicht besonders leiden konnten, zusammen sitzen konnte um "Kaffee zu trinken", obwohl ich keinen Kaffee trank und mir auch mit jedem Praktikumstag allgemein die Lust aufs Frühstück verging, wenn ich daran dachte dass ich wieder auf diese Horrorabteilung musste.

Erst zwei Wochen waren vergangen und ich fühlte mich müde, ausgelaugt, hatte Kopfschmerzen und Übelkeit. Nachts lag ich im Bett und dachte über den kommenden Tag nach, der höchstwahrscheinlich genauso schrecklich werden würde, wie die Tage davor. 
Wenn ich im Bus saß und die halbe Stunde ins Praktikum fuhr, dann machte ich die Augen zu und versuchte mich an die letzten 20 Minuten zu klammern, die ich noch vor mir hatte, bevor ich in diese Hölle musste. 
Hatte ich die ersten 2 Wochen noch Fragen gestellt, weil mich Dinge interessierten und versucht mich ins Team zu integrieren, schaute ich gegen Anfang der vierten Woche nur mehr dass ich so unsichtbar wie möglich bleibe, damit mich niemand fertig macht.

Eine einzige liebe Schwester war dabei, mit der ich vielleicht 3 mal zusammen gearbeitet hatte. In diesen drei Tagen hatte ich allerdings mehr gelernt, als in den gesamten 6 Wochen bei der Person, welche sich Praxisanleiterin schimpfte.

Ich war aber nicht die einzige, die dort mies behandelt wurde. Allgemein war in diesem Team eine Stimmung vorhanden, die man nicht anders als giftig bezeichnen konnte. Ich kriegte nicht alles mit, was innerhalb des Teams vorging, doch das was ich mitbekam, war mehr als traurig. Besonders schockiert hatte mich, als eine Schwester mitten während der Dienstübergabe anfing zu weinen, weil sie von ihren 5 Kolleginnen dermaßen in die Zange genommen wurde. Am schlimmsten fand ich, dass die Stationsschwester nicht eingriff und daneben stand, während die Schwester unter Tränen den Rest des Dienstes übergab. Allgemein schien es ihr irgendwie egal zu sein, dass es auf ihrer Abteilung Leute gab, welche ihre Mitkollegen psychisch misshandelten. Nachdem für diese Nachtschwester die Tortur (zumindest vorübergehend) vorbei war, war ich als Punchingball dran.

Ebenfalls nicht besonders begeistert auf dieser Station ein Turnusarzt, der das Schauspiel in der Früh mitgekriegt hatte und mich fragte was da los war. Ich hielt es für besser ihm nicht genau alles zu erzählen, da ich nicht noch mehr Ärger am Hals haben wollte als ohnehin schon. Daher sagte ich einfach, dass die Kolleginnen irgendwie sauer auf die Nachtschwester waren, ich weiß aber nicht warum. Er meinte dann daraufhin, dass er, was die Pflegemannschaft angeht, noch nie so eine schlimme Station erlebt hätte wie hier. Es käme regelmäßig zu Tränenausbrüchen bei manchen Schwestern, weil sie fertig gemacht wurden und regelmäßige Streitereien waren an der Tagesordnung. Auch er bekam auf ganz normale Fragen schnippische Antworten, und konnte sich nicht erklären wieso ihn die Schwestern nicht ausstehen konnten, hatte er doch sonst auf allen anderen Abteilungen keinerlei Probleme mit den Schwestern gehabt.

Erst zwei Wochen hatte ich hinter mir und bekam Einblicke in einen Stationsbetrieb, der einfach nur katastrophal war. Rückblickend betrachtet, gab es eigentlich nur 6 Personen, welche die Gruppendynamik dermaßen negativ beeinflussten. Der Rest sah entweder nur zu und hielt sich aus dem ganzen raus, oder es waren Mitläufer, die aktive mitmachten oder man gehörte zu den Leuten welche fertig gemacht wurden.

Je länger das Praktikum dauerte umso ausgelaugter kam ich mir vor. In den letzten Wochen konnte ich kaum schlafen, musste nach dem Dienst weinen und hatte mal Magenschmerzen mal Kopfschmerzen. Ich hatte das Gefühl komplett unfähig zu sein, weil ich bei jeder Tätigkeit anscheinend etwas falsch machte und angeschnauzt wurde. 
Je mehr ich niedergemacht wurde, desto nervöser wurde ich, desto weniger konnte ich klar denken, desto mehr machte ich falsch, was wiederum dazu führte dass ich erneut "zurecht gewiesen" wurde. - Ein Teufelskreis. 
Meinem Praxisbesen fiel das zunehmende Desinteresse und der Rückzug meinerseits auf, und das hatte auch Folgen auf die Beurteilung. 
So zog sich also das ganze Praktikum dahin und auch wenn die 6 Wochen schön langsam vorbei gingen, so hatte ich trotzdem Panik was mich wohl auf der nächsten Station erwartet. 
Ich war schlichtweg traumatisiert und dachte sogar darüber nach (auch wenn nur flüchtig), die Ausbildung abzubrechen.

Allgemein schien diese Abteilung bei Schülern total verschrien zu sein, denn wenn man sich in der Pause austauschte und sagte wo man ist, kam nur "Bam da war ich auch, du Arme", oder "Wahnsinn, ich hab auch von anderen solche Sachen gehört, die dort waren." Es schien auch Fälle zu geben, wonach Schüler das Praktikum abgebrochen hatten, weil es für sie dort nicht mehr zum aushalten war.

Endlich war der letzte Tag gekommen, und ich musste nur mehr die Beurteilung hinter mich bringen. Ich hatte schon damit gerechnet dass ich nichts Nettes zu hören bekommen würde. 
Die Beurteilung dauerte über eine Stunde, wo ich vom Praxisbesen und der Stationsschwester mit Fragen über Dinge gelöchert wurde, von denen ich keine Ahnung hatte, weil mir diese nie beigebracht wurden. 
Nach einer halben Ewigkeit reichte es und ich dachte mir "Die wird mir so oder so ne miese Note geben, also sch....drauf." Unter Tränen sagte ich wütend zu ihr, dass ich keine Ahnung hab, weil sie mir nichts beigebracht hat und sie soll endlich die Note eintragen, damit ich endlich gehen kann, weil ich diese grauenhafte Abteilung mitsamt der gestörten Mannschaft so schnell wie möglich verlassen und nie wieder sehen will. 
Ich bekam die Note 3 auf dieses Praktikum. Das einzige Praktikum übrigens wo ich eine 3 bekam. 
Natürlich gab es auch einen Kommentar in der Beurteilung, in welchem stand, dass ich nicht in der Lage bin soziale Interaktion zu betreiben und mich null ins Team integriert hätte. Auch hatte ich kein Lerninteresse und war frech, weil ich die Mannschaft als gestört bezeichnet hatte. 
Interessanterweise war dieses Team, das einzige, wo ich nicht in der Lage war mich zu integrieren und es war auch das einzige Praktikum, wo mir gesagt wurde, dass ich kein Lerninteresse hätte. Es war auch das einzige Praktikum wo ich eine Note 3 bekam, und mich mit dem Team überhaupt nicht verstand.

In der Schule angekommen, um den Fetzen von Beurteilung der Lehrerin zu geben, welche für die Praktikas zuständig war, sprach ich sie auf das Problem an. Ich fragte sie, wie es denn sein kann, dass man weiterhin Schüler auf diese Station schickt, wenn es schon ohnehin bekannt war, dass diese Abteilung eine Ansammlung Hexen beherbergte, wo Schüler das Praktikum sogar mitten drin abgebrochen hatten. 
Es überraschte sie nicht sonderlich, was ich ihr über die Station erzählte, was mich umso wütender machte. Offensichtlich waren diese katastrophalen Zustände der Schule bestens bekannt, aber man schickte trotzdem weiterhin Schüler 6 Wochen lang dorthin um "Praxiserfahrung zu sammeln." 
Sichtlich zornig gab ich zu bedenken, ob ihr klar sei, dass ich nach diesen Wochen psychisch total ausgepowert bin und sie sich überlegen sollte ob das im Sinne der Ausbildung ist, wenn Schüler nach nur 6 Wochen Praktikum auf einer Station deutliche Anzeichen von Burn Out hatten, anstatt um fachliche praktische Erfahrungen reicher zu sein. 
Alles was ich seitens der Lehrerin zu hören bekam waren scheinheilige Ausreden und dumme Ausflüchte.

Es dauerte noch weitere 6 Monate, bis die Station erneut für Schüler gesperrt war, weil es erneut Probleme mit Schülern und laufend Beschwerden gab.

Zusammengefasst hat mich vor allem eines schockiert, nämlich die Tatsache, dass von allen Seiten weggesehen wurde. Sei es nun von den Schwestern, der Stationsschwester, der Schule. 
In meinem Fall, war lediglich dem einen Turnusarzt klar, dass auf dieser Abteilung ziemlich gewaltig was schief läuft, während es für die Stationsschwester kein Alarmsignal darstellte, dass Mitarbeiterinnen auf ihrer Station regelmäßig weinten. 
Kollegen, welche nicht selbst betroffen waren, ignorierten es, die Stationsschwester sah nichts besonderes dran, die Schule flüchtete sich in Ausreden. Für den Betroffenen bedeutete das, dass man den Mobbern schlichtweg ausgeliefert war. 
Es hat mich auch überrascht wie schnell man emotional am Ende seiner Kräfte kommen konnte, wenn man fortgesetzter Schikane ausgeliefert ist und niemand einem beistand.

Obwohl ich mein Praktikum hinter mir hatte, wurde mir noch wochenlang komisch im Magen und ich fühlte mich psychisch nicht gut, wenn ich an diese Zeit zurück dachte. Ich hatte Angst vor der nächsten Station, und auch kein Vertrauen mehr in mich selbst, dass ich meine Sache gut machen würde. 
Man hatte es innerhalb von 6 Wochen geschafft, dass ich mich fragte, ob ich für den Job geeignet bin, weil ich mir dachte, dass es vielleicht doch nicht an der Station lag, sondern an mir selbst und weil ich vielleicht wirklich alles falsch gemacht hatte, weil ich ungeeignet war. 
Mein Selbstvertrauen war dahin, und ich konnte mich die ersten zwei Wochen im Unterricht nicht konzentrieren, weil ich immer noch Einschlafschwierigkeiten hatte. 
Je näher das Ende des Unterrichtsblocks kam, desto mehr Panik hatte ich. Ein Ende des Unterrichtsblocks bedeutete schließlich, dass die Prakikas wieder anfingen und wer weiß wie es mir wieder ergehen würde.

Ich kam erneut auf eine interne Abteilung und war nervös bis zum geht nicht mehr. 
Obwohl die Praxisanleitung dort, eine etwas hantige strenge Person war, hatte ich nach einem holprigen Start, weder Probleme mit der Praxisanleiterin, noch mit dem Team, noch damit mich im Stationsalltag zurecht zu finden. Ich war komischerweise auch in der Lage "soziale Interaktion" zu betreiben und auch wurde mir kein einziges Mal gesagt, dass ich frech bin oder desinteressiert wirke. Die restlichen Praktikas verliefen mal besser mal schlechter. Selten gab es Abteilungen wo man sich der Schüler annahm und ihnen in Ruhe was erklärte, einfach weil zu wenig Zeit war. Insgesamt war ich aber zufrieden und ich fühlte mich auf den restlichen Stationen weder schikaniert, noch auf irgend eine Art und Weise unwillkommen im Team. Auch die Benotung war meistens eine 1 auf zwei Abteilungen eine 2.

Liest man als nicht Betroffener so einen Bericht durch, dann denken sich viele höchstwahrscheinlich, dass es ja doch sehr übertrieben erzählt wurde und es vielleicht an der unfähigen Schülerin lag. 
Wenn ich mir das selber so durchlese, dann kann ich es im Nachhinein selber kaum glauben. 
Es ist nicht zu glauben, dass in einem sozialen Beruf, wo angeblich Personen mit einer hohen sozialen Kompetenz arbeiten, Mobbing auf vielen Stationen an der Tagesordnung steht. 
Während meiner langjährigen Tätigkeit als diplomierte Pflegeperson, bin ich immer wieder auf Kollegen gestoßen, die mir erzählten dass sie hier und da gemobbt wurden. Mir wurde klar, dass Mobbing in der Krankenpflege garnicht mal so selten ist, im Gegenteil. 
Praktisch jeder hatte schon damit Erfahrung gemacht, sei es nun als Schüler, als Außenstehender oder Betroffener.

Was ich persönlich als besonders schlimm empfand und heute noch empfinde, ist die Tatsache, dass auch Leute, welche selber gemobbt wurden, in anderen Situationen zu Mobbern mutierten, wenn es die Gegebenheiten zuließen. 
Dabei sollte man denken, dass gerade diese Leute wissen sollten, wie schlimm so etwas ist und dagegen vorgehen.

Ich sah hier eindeutig die Aussage meiner Lehrerin bestätigt, die im Unterricht erzählte, dass sich in sozialen Berufen ganz oft Menschen wiederfinden, welche über andere gerne Macht ausüben.
Ein komplexbeladener Freak, der sich im Schikanieren anderer Bestätigung sucht, seinen Frust auf diese Art und Weise raus lässt und Macht über andere haben will und diese genießt - Welche Berufswahl wäre da wohl besser geeignet als der Pflegeberuf.

Immer ist hier eine Person vorhanden, welche einem ausgeliefert ist, sei es nun ein Patient, ein Schüler, ein etwas unsicherer Arzt, oder eine Kollegin, welche sich nicht immer traut zurückzureden.
Mobbing scheint in unserer Berufsgruppe auch nicht nur sehr oft vorzukommen, es scheint auch sehr leicht zu sein seine Kollegen zu mobben, da es hier praktisch null Gegenwehr gibt. Kollegen sehen entweder zu oder machen mit.

Für eine Berufsgruppe, welche mit Menschen arbeitet und sich um diese kümmert, wenn sie schwach und abhängig sind, eigentlich eine mehr als traurige Tatsache.

Dabei durfte ich auch positive Beispiele erleben, wo Mobbing sofort unterbunden wurde. Es reichte schon wenn eine einzige Kollegin etwas sagte und sich für die Person einsetzte. 
Merkwürdigerweise kommt das aber deutlich seltener vor als ersteres.

Auch muss ich mich immer wieder wundern, wie Neulinge auf manchen Stationen aufgenommen werden. Sofort wird auf jede Kleinigkeit geschaut um der Person einen Strick zu drehen, damit man sie als inkompetent hinstellen kann und ungeeignet für die Station.

Interessant war auch die Erfahrung, dass neue Kollegen, welche bei mir von Anfang an ihre Arbeit gut machten und selbständig arbeiteten, bei anderen Personen, nichts konnten und ihrer Ansicht nach keine guten Mitarbeiter waren.
Fragte man wieso, gaben sie als Antwort, dass sie einfachste Tätigkeiten wie Blutdruck messen nicht beherrschten, obwohl sie ein paar Tage zuvor bei mir problemlos hinkriegten. Wenn ich sagte, dass sie es bei mir konnten, dann kam nur ein "Achso, das verstehe ich nicht."

In so einer Situation frage ich mich wer eigentlich die ungeeignetere Person ist, jene, welche die soziale Kompetenz einer Zitrone hat, oder jene, die neu ist und etwas Zeit braucht um sich einzuarbeiten. 
Mir wurde auch klar, dass dieser Teufelskreis immer der gleiche war. Kollegen, die einem auf die Finger schauten und absichtlich nach Fehlern suchten, um dann einen Grund zu finden, die Person zu kritisieren, wodurch die Kollegin umso nervöser wurde und dadurch noch mehr Fehler machte. Sie machte sogar bei Tätigkeiten Fehler, die sie eigentlich einwandfrei beherrschte.

Wies man darauf hin, so wurde das von den Mobbern ignoriert und man wurde auch selber angegriffen, dass man ja die Fehler unter den Tisch kehren möchte.

Für mich persönlich ist Mobbing ein ernstzunehmendes Problem wo man auf keinen Fall wegschauen sollte. Leider hat man diese Tatsache immernoch nicht verinnerlicht und es wird weiterhin mehr weggeschaut als etwas dagegen unternommen.
Leute die so etwas durchmachen berichten darüber dass sie nicht einschlafen können, entwickeln körperliche Beschweren, wie Magengeschwüre und verlieren immer mehr an Selbstvertrauen. Die Lebensqualität erlebt einen wahrhaftigen Tiefgang, man wird zu einem Wrack. Das alles nur weil gewisse Personen ein Problem mit sich selber haben und versuchen ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe auf diese kranke Art und Weise abzubauen. 
Vorgesetzte hören sich oft nur eine Seite an, Kollegen schwimmen lieber mit dem Strom, weil auch diese entweder Bestätigung brauchen oder es einfach leichter ist wegzuschauen.

Alles in allem traurige Realität, die auf vielen Stationen Alltag ist.

Ich hoffe dass diesbezüglich bald ein Umdenken statt findet, denn gerade Personen, die in einem sozialen Beruf arbeiten, müssten bei so einem Thema eigentlich als Vorbild fungieren und nicht andersrum.

 

SICHERHEIT IN Ö? Podiumsdiskussion: Sicherheit ist keine Frage der Armlänge 03 2016 Wohin steuert Europa und was bedeutet das für die Frauen? Es diskutieren Nahostexpertin Dr. Karin Kneisslhttp://www.kkneissl.com/de Bestsellerautorin Birgit Kelle, Sicherheitsexperte Christoph Gsottbauer und Team Stronach Frauensprecherin, NAbg. Martina Schenk

__________________________________"Wahrheitsgetreue, objektive Berichterstattung in Medien ist in einer Demokratie nie durch die Obrigkeit durchsetzbar. Entscheidend kann immer nur das Vertrauen der Bürger in die Verlässlichkeit und Sorgfalt jedes einzelnen Mediums sein. Dieses aber haben viele alte wie neue Medien in einem sehr hohen Ausmaß verspielt." 
Dr. Andreas Unterberger

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Bämayr, Argeo, Dr (2012) 

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

 

Das Mobbingsyndrom - Therapie und Begutachtung im Kontext zur in Deutschland ubiquitär praktizierten psychischen Gewalt. 

Teuschel Peter (2009), FA für Psychiatrie & Psychotherapie

 

Mobbing - Dynamik, Verlauf, gesundheitliche und soziale Folgen

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ABSOLUTE LESE-EMPFEHLUNG!

 

Alle FAKTEN zum größten Vertuschungsfall in Ö!

Autor: eh. OGH-Präsident Johann Rzeszut 

 

Siehe auch:

Register Kampusch

 

 

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PELZIG KLÄRT AUF ÜBER GOLDMAN SACHS

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